Krankenhausseelsorge (KHS) mit eigenem Ansatz
Leitbilder
Das Evangelische Krankenhaus »Gottesfriede« ist als Einrichtung des Deutschen Jugendverbandes „Entschieden für Christus (EC)“ im Diakoniezentrum „Haus Gottesfriede“ Woltersdorf eine konfessionelle diakonische Einrichtung mit betont christlicher Ausrichtung. Die Seelsorge stellt sich in den Kontext der Leitbilder des EC, des Krankenhauses und der Diakonie. Sie gründen sich auf die von Gott verliehene Würde des Menschen.
Das Leitwort der Diakonie „Helfen mit Wort und Tat“ spiegelt Kolosser 3,17 wieder: „Alles, was ihr tut mit Worten oder Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn“ (Kol.3, 17). Was einmal für jeden individuell gilt, ist im System Krankenhaus auf die verschiedenen Berufsgruppen zu übertragen. Zum „Wort“ im Sinne der Seelsorge gehört die Verkündigung.
Das Wort „vom Glauben, der in der Liebe tätig ist“ leidet an Glaubwürdigkeit, wenn es in der Praxis nicht nachvollziehbar erlebt wird, wie auch umgekehrt. Krankenhausseelsorge ist diesem korrespondierenden Prozess verpflichtet. Sie trägt dazu bei, das Motto des Krankenhauses „Dem Leben Hoffnung geben“, zu verwirklichen.
In der Fachklinik für Geriatrie
Die Behandlung von Krankheiten älterer Menschen erfolgt nach einem ganz auf ihre speziellen Erfordernisse und Verhältnisse abgestimmten geriatrischen Konzepts.
Es ist für die Krankenhausseelsorge unabdingbar, sich das grundlegende Wissen darüber anzueignen. In dieser Konzeption sucht sie den Weg zum Menschen.
Das Konzept steht und fällt mit dem multiprofessionellen therapeutischen Team. Als gleichwertiges Mitglied im Team gehört der Seelsorger dem klinischen Leitungsteam an. Die Konstellation mit einem Krankenhausseelsorger kann dem konzeptionellen Anspruch der Teilnahme an allen Teamsitzungen (vier Stationen, Tagesklinik und Altenheim) nicht gerecht werden.
Krankenhausseelsorge muss den Teamgedanken daher kompensieren. Unter Beachtung der Schweigepflicht holt und bringt sie die aus seelsorgerischer Sicht wichtigen Hinweise und Informationen direkt auf dem kurzen Weg von und zu den entsprechenden Mitgliedern des multiprofessionellen Teams.
Krankenhausseelsorge bleibt im ständigen Gespräch. Im gegebenen konkreten Fall nimmt sie gezielt an einer Teamsitzung teil oder wird gezielt dazu eingeladen.
Krankenhausseelsorge mit dem eigenen Ansatz
Krankenhausseelsorge steht für das geistliche Anliegen von Glauben und Leben und einer christlichen Grundausrichtung im „Haus Gottesfriede“.
Sie hat einen eigenen Ansatz und verbindet sich mit dem Wort des Apostel Paulus aus Röm 10,14 ff „Wie aber sollen die Menschen zu Gott beten, wenn sie nicht an ihn glauben? Wie sollen sie zum Glauben an ihn kommen, wenn sie nie von ihm gehört haben? Und wie können sie von ihm hören, wenn ihnen niemand Gottes Wort sagt? Doch es bleibt dabei: Der Glaube kommt allein aus dem Hören der Botschaft; die Botschaft aber gibt uns Christus“.
Der besondere Ort dafür ist die „Glaubenweckende“ Verkündigung des Wortes Gottes in Gottesdiensten, Stations- und Mitarbeiterandachten. Intern und extern bietet Krankenhausseelsorge christlich reflektierte Seminare und Schulungen an.
Im Einzelgespräch achtet die Krankenhausseelsorge den christlichen Grundwert der Wertschätzung des Menschen, um seiner selbst willen und betrachtet den Ratsuchenden nicht als ein Missionsobjekt.
Seelsorge ist ein Angebot
Seelsorge ist ein Angebot, das für Patienten, Angehörige, Besucher und Mitarbeiter im EC-Diakoniezentrum gilt und über das jeder selbst entscheidet. Seelsorge wird weder verschrieben noch verordnet, kann aber angefordert werden.
Das Angebot kann und soll jedes Mitglied des therapeutischen Teams an den Patienten ausrichten, wo es ihm angebracht scheint. Im gegebenen Fall leitet der Mitarbeiter eine Anforderung schriftlich oder mündlich an die Krankenhausseelsorge weiter. Bei der Patientenaufnahme soll der Patient auf die Möglichkeit der Seelsorge hingewiesen werden.
Alle allgemeinen Patienteninformationen sollen einen Hinweis auf die Seelsorge enthalten. Der Seelsorger selbst macht das Angebot bei seinen Besuchen auf den Stationen und bei den Andachten, die er auf den Stationen hält. Bei Abwesenheit sorgt der Seelsorger für Vertretung. Der Seelsorger ist auch außerhalb seiner Regelarbeitszeit in unaufschiebbaren Fällen durch einen Funkmelder in Rufbereitschaft. Das Angebot der Seelsorge kann in den geregelten Sprechzeiten oder Terminen nach Absprache wahrgenommen werden.
Anbindung der Krankenhausseelsorge
Die Krankenhausseelsorge im Evangelischen Krankenhaus ist dem Geschäftsführer unterstellt. Sie hält sich in der theologischen Grundausrichtung an die Prägung des EC-Werkes. In diesem Rahmen besitzt Seelsorge im Sinne des Gottes Wortes „Du sollst Gott mehr gehorchen als den Menschen“ eine geistliche Freiheit gegenüber der Geschäftsführung.
Krankenhausseelsorge im Evangelischen Krankenhaus „Gottesfriede“schenkt den jungen Mitarbeitern besondere Aufmerksamkeit durch verschiedene, zum Teil auch außerbetriebliche Maßnahmen und Angebote, wie die Begleittage für FSJ'ler, das Ziviforum und gemütliche Zivitreff-Abende.
Krankenhausseelsorge gewinnt und begleitet ehrenamtliche Helfer. Mit Ihrer Hilfe gestaltet und organisiert sie z.B. zusätzliche Angebote wie die „Bunte Stunde“, Hilfsdienste, Besuche, Singen auf den Stationen u. a. m.
Krankenhausseelsorge wirkt und gestaltet an verschieden Prozessen im System im Evangelischen Krankenhaus „Gottesfriede“ mit. Sie gehört zur Steuergruppe des Qualitätsmanagements. In diesem Rahmen kann sie auch im Konfliktmanagement angefordert werden. Sie trägt Verantwortung im Ethikkomitee des Hauses und in der Krankenhaus-konferenz ist sie an geschäftsführenden Prozessen beteiligt.
Gemäß einem der Grundsätze des EC-Verbandes „Verbundenheit mit der weltweiten Gemeinde“ beginnt Krankenhausseelsorge damit, vor der Tür durch die Pflege der Beziehung zur örtlichen christlichen Gemeinde und besonders zum geistlichen Leben wie es im EC-Diakoniezentrum seinen Ausdruck findet. „Kanzeltausch“ und gegenseitige Vertretungen helfen dabei, die Öffentlichkeit in das Haus und das Haus in die Öffentlichkeit zu bringen.